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28.11.2014, 11:00 Uhr | Sabine Kurtz MdL, EAK-Landesvorsitzende
Wahlfreiheit der Eltern wahren – Kirchliche Jugendbildung sichern
EAK Baden-Württemberg zur Ganztagsschule
"Kirchliche Jugendbildung muss an Ganztagsschulen zum Zuge kommen." Dieser Forderung hat der Evangelische Arbeitskreis (EAK) der CDU Baden-Württemberg bei seiner Landestagung am vergangenen Samstag in Nagold mit einem Antrag Nachdruck verliehen.
In einer vom Kultusministerium vorgelegten "Mustervereinbarung" zwischen Schulleitungen und außerschulischen Partnern werde von den außerschulischen Partnern ein "weltanschaulich neutrales Verhalten" gefordert.

"Diese Formulierung muss gestrichen werden. Sie widerspricht der Absichtserklärung des Kultusministeriums, mit den Kirchen kooperieren zu wollen", so die EAK-Landesvorsitzende Sabine Kurtz. "Wenn das ernst gemeint ist, muss es möglich sein, beispielsweise auch einen Abschlusskreis mit Lied und Segen ans Ende eines Nachmittagsangebots zu stellen." Die derzeitige Vorgabe des Kultusministeriums würde die Kirchen jedoch zwingen, ihr christliches Profil außen vor zu lassen, kritisiert der EAK.

Zudem fordert der EAK die grün-rote Landesregierung auf, beim Ausbau der Ganztagsschulen die Wahlfreiheit der Eltern zu achten. "Der weitere Ausbau der Ganztagsangebote muss sich am Elternwunsch orientieren", betont Sabine Kurtz. Der Ausbau der Ganztagsschulen sei grundsätzlich richtig und notwendig, da viele Eltern auf ein gut ausgebautes Betreuungsangebot für ihre Kinder angewiesen seien. Es dürfe aber niemand gezwungen werden, sein Kind gegen seinen Willen auf eine Ganztagsschule zu schicken. "Es gibt Familien, die Wert darauf legen, genügend Zeit für die Erziehung ihrer Kinder in der Familie zu haben und dies nicht gänzlich der Schule überlassen wollen. Dem berechtigten Wunsch dieser Eltern muss mit einer echten Wahlfreiheit Rechnung getragen werden", fordert die EAK-Landesvorsitzende.

Wichtig ist dem EAK-Landesverband, dass es für kirchliche Angebote auch weiterhin außerhalb der Schule und in kirchlichen Einrichtungen Zeit gibt. Die Regelung der Schulbesuchsverordnung, wonach für den Konfirmandenunterricht in Klasse 8 und je nach örtlicher Absprache auch in Klasse 7 der ganze Mittwochnachmittag unterrichtsfrei zu halten sei, dürfe beim Ausbau der Ganztagsschulen nicht unterlaufen werden. "Außerschulische Bildungsangebote wie die Konfirmandenarbeit, aber auch die außerschulische Jugendbildung der Kirchen, des CVJM oder des EJW, sind für Jugendliche wichtig", erläutert Sabine Kurtz. Damit auch Schülerinnen und Schüler der Ganztagsschulen diese Angebote nutzen könnten, sei ein freier Nachmittag pro Woche sowie ein Ende der verbindlichen Schulzeit um 16 Uhr erforderlich.